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Laufdiagnostik für Laufschnecken?

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RezeptionIn meinem letzten Blogbeitrag hatte ich Euch erzählt, warum ich mich zu einer Leistungsdiagnostik angemeldet hatte und versprochen, darüber ausführlich zu berichten:

Letzten Freitag (06.09.2013) war es so weit. Nach der Arbeit machte ich mich auf den Weg nach Gelsenkirchen zum Sport- und Reha-Zentrum “medicos auf Schalke”.
Das einzige, was ich beachten sollte, war mich zwei bis drei Tage vorher nicht besonders stark zu belasten und zwei bis drei Stunden vorher nichts mehr zu essen.
Davon, dass ich nicht aufgeregt sein sollte, hatten sie zum Glück nichts gesagt…

Rezeption LD

Ich war ganz schrecklich aufgeregt. Warum weiß ich gar nicht so genau, aber das ist fast normal bei mir.
Zunächst an der Rezeption angemeldet – das Medicos wirkt wie ein riesiges Hotel, dann den Weg zur Abteilung Leistungsdiagnostik gesucht, was für mich Orientierungslegastheniker schon die erste Herausforderung war.
Danach zur Umkleide und in die Sportklamotten geworfen.
Als erstes stand das Ruhe-EKG und die sportmedizinische Untersuchung auf dem Programm.
Beim Ruhe-EKG meinte die nette Helferin Frau S. zu mir, “Sie haben einen Puls von 65, von Aufregung kann gar keine Rede sein!”
– Hm, fühlte sich aber doch anders an…
Der Arzt schaute sich das EKG an, stellte wahnsinnig viele Fragen zu meinem Gesundheitszustand, hörte auf Herz und Lunge, kontrollierte Bauch, Rücken und Gelenke, maß den Blutdruck (140/100, also doch ein bissl aufgeregt.) – danach hatte er keine Bedenken, mich aufs Laufband zu schicken.

Das schwierigste an der ganzen Laufdiagnostik war, glaube ich, mich so zu verkabeln, dass alle EKG-Elektroden und der Pulsgurt an der richtigen Stelle saßen und nicht verrutschten. Dazu bekam ich noch einen schicken Netzstrumpf übergezogen, um alles an der richtigen Stelle zu halten. Sehr sexy. Auf den riesigen Spiegel, in dem ich mich so während des Laufens, T-Shirt-los und voll verkabelt bewundern konnte, hätte ich nur zu gern verzichtet!
Und nur damit Ihr nicht auf die Idee kommt – Fotos gibt es davon zum Glück keine… ;)

Zunächst wurde noch im Stehen der erste Laktatwert gemessen. Dazu wird aus dem Ohrläppchen ein Tropfen Blut genommen, was überhaupt nicht weh tat.
Danach bestand meine Aufgabe nur noch darin, zu laufen. Alles weitere wurde mir immer angesagt, erklärt und sich wirklich total nett um mich gekümmert.
Los ging es mit gemütlichem walken (5 km/h). Jede Phase dauert drei Minuten, dann springt man breitbeinig vom Laufband und steht, während wieder ein Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen entnommen wird. Anschließend steigt man wieder ein, und die Geschwindigkeit wurde jeweils um ein weiteres km/h gesteigert.
Bei sieben km/h ging es mir noch gut, der Blutdruck inzwischen bei 180/100 – aber alles noch locker, und ich konnte mich nebenbei noch unterhalten.

Naturgemäß wurden die 3-Minuten-Abschnitte für mich immer anstrengender und die Dauer gefühlt immer länger. Ab neun km/h wurde jedes Mal der Blutdruck gemessen, Laktat natürlich ebenfalls.
Was mir selbst beim Laufen und dem Blick in den Spiegel auffiel, war meine Lippenfarbe. Ich hatte ganz extrem blaue Lippen. Na gut, ich beobachte mich ja sonst auch nie beim Laufen…

Vor Beginn der Laufdiagnostik hatte ich geschätzt, dass ich bis 11-12 km/h kommen würde. Das schaffte ich allerdings nicht ganz. Bei elf km/h legten mir die beiden Helferinnen nah, doch nur noch eine Minute zu versuchen, da auch der Blutdruck kontinuierlich in den Keller (100/60 zum Schluss) gegangen war, und sie mich nicht vom Laufband kippen sehen wollten…
Insgeheim war ich aber froh, dass ich nicht entscheiden musste, wann ich aufhöre, weil ich nie wirklich weiß, wann ich wirklich nicht mehr kann, oder ob ich nur einfach keine Lust mehr habe, weil es mir zu anstrengend wird. Also denke ich, dass der höchste Puls (173 bpm) bei diesem Test nicht zwangsläufig auch mein Maximalpuls ist.

Hauptbelastungsdaten

Zwischendurch kam auch noch einmal der Arzt und schaute aufs EKG, alle fragten immer ganz lieb, ob es mir noch gut ginge – aber ich fühlte mich ganz okay. Kaputt zwar, aber eben nicht schwindelig oder schlecht. Ich wollte nur nach dem Test ganz dringend “ausgehen”, das letzte Mal stehen bleiben fiel mir sehr schwer.

Mit Wasser und Handtuch versorgt, die Kabel wieder entwirrt und abgemacht, war ich erstmal entlassen und konnte in Ruhe duschen gehen. Das Zentrum ist wirklich riesig, alles ganz neu und sehr schick eingerichtet. Sehr angenehmes Ambiente. Man merkt auch nicht, dass man “Auf Schalke” ist, auch wenn das für mich fußballneutralen Menschen vollkommen unerheblich gewesen wäre…

Als nächstes erklärte mir Frau L. sehr nett und ausführlich, was die Auswertung der Leistungsdiagnostik nun für mich bedeutet.:
Wesentliches Ergebnis ist, dass ich bisher meistens “zu schnell” gelaufen bin. Das hört sich für alle halbwegs sportlichen Menschen, die meine bisherigen Zeiten kennen, schon ziemlich lustig an – ist es aber nicht. Mein Trainingsbereich, um Grundlagenausdauer zu trainieren (GA1), liegt bei einem Puls bis 135 bpm. Gelaufen bin ich aber meistens um die 150 bpm, oder höher wenn ich mal ein bisschen schneller wollte…
Dadurch fehlt es eben an der richtigen Grundlage: ich habe meinen Körper immer in den anaeroben Bereich gebracht, also in den Bereich, in dem er nicht mehr ausreichend Sauerstoff bekommt.
Kurz erklärt: Um die Muskeln mit Energie zu versorgen, reicht normalerweise die Atmung. Die Sauerstoffaufnahme ist bei Belastungen im niedrigeren Bereich (aerober Bereich) auch über einen längeren Zeitraum ausreichend. Wenn dann aber die Intensität des Trainings steigt, desto mehr Energie müssen sich die Muskeln aus anderen Quellen besorgen, da der aufgenommene Sauerstoff nicht mehr ausreicht. Nun wird Glucose / d.h. die Kohlehydratspeicher abgebaut, und es entstehen hohe Laktatwerte oberhalb der anaeroben Schwelle. Hierdurch übersäuern die Muskelzellen, so dass die Leistungsfähigkeit der Muskeln rasant abnimmt. Das Training wird dadurch ineffektiv, man baut kaum Fett ab und riskiert schlimmstenfalls sogar Verletzungen.

Ich werde also zukünftig NOCH langsamer laufen. Zweimal in der Woche im GA1-Bereich, dafür für etwa eine Stunde oder länger. An meinem dritten Trainingstag “darf” ich dann etwas mehr, kleinere Intervalle, Berge oder GA2.
Langfristig soll sich dadurch eine Verschiebung der Laktat- und Leistungskurve ergeben, d.h. man wird durch das langsame Laufen schneller. Klingt komisch, probiere ich nun aber mal aus…

LeistungskurveNach der Auswertung der Leistungsdiagnostik und der ermittelten Werte gab es noch ein Gespräch mit dem Arzt. Auch er nahm sich noch einmal viel Zeit, um alles mit mir zu besprechen, ging auf meine Fragen zu meiner Schilddrüsen-Unterfunktion ein und beruhigte mich, dass mit meinem EKG alles in Ordnung war. Das Absacken des Kreislaufs bei so hohen Laktatwerten ist ebenfalls ganz normal und nicht Besorgnis erregend. Meine blauen Lippen, die auch den Helferinnen aufgefallen waren (“tragen Sie Lippenstift???”), waren ein sichtbares Zeichen für die sinkende Sauerstoffversorgung, aber eben normal zu diesem Zeitpunkt.

Meine neuen Trainingsbereiche:

Trainingsbereiche

Was Euch sicher noch interessiert, ist meine Einschätzung, ob sich so eine Leistungsdiagnostik auch für so Laufschnecken und Freizeitläufer wie mich lohnt, oder?
Mein Fazit dazu ist – Ja. Wenn man ein wenig beratungsresistent ist wie ich, hilft einem so eine hochprofessionelle Untersuchung dabei, den “richtigen” Trainingsbereich zu finden.
Ich hätte auch alternativ auf viele der gut gemeinten Tipps und Ratschläge der wirklich erfahrenen Läufer um mich herum hören können – dabei hätte ich das Geld gespart. Aber da ich die nie so wirklich ernst genommen habe und meinte, ich könnte gar nicht so langsam laufen – glaube ich zumindest jetzt den bunten Ergebnissen auf Papier…
(Ich erinnere mich noch gut, dass mein Kollege und Triathlon-Experte M. mir einmal sagte “Du trainierst mit zu hohem Puls. Fang doch mal mit walken an!” – Das wollte ich ja gar nicht hören… :) ) 

Medicos auf SchalkeZudem weiß ich nun, dass mein Herz und Kreislauf in Ordnung ist, und woran es lag, dass ich so überhaupt nicht vorwärts kam mit meinem Training.

Statt also die Laufschuhe an den Nagel zu hängen, habe ich wieder neue Motivation für mein Hobby und fange einfach noch einmal mit dem “Grundgerüst”, der Grundlagenausdauer an.

Zitat Frau L. “In Ausdauer steckt das Wort Dauer”, heißt also, ich muss Geduld mit mir haben und dafür schon einen längeren Zeitraum einplanen, als ich es gern hätte…

Sonntag und Freitag letzter Woche habe ich das ganze auch direkt umgesetzt und bin 60 Minuten bei 133 bpm und 70 Minuten bei 137 bpm gelaufen. Sehr langsam, sehr entspannt und nur mit Gehpausen, wenn der Puls an Steigungen jenseits der 150 Schläge kletterte.

Über die Distanz bzw. die Pace spreche ich dabei nicht, das hört sich fast ein wenig lächerlich an –
aber ich laufe ja nicht für andere, sondern für mich.
Und genau aus diesem Grund hat sich die Leistungsdiagnostik auch wirklich gelohnt.
Weil sie MIR hilft!

“Medicos auf Schalke” kann ich dazu auch vollstens empfehlen. Ich habe mich bei Frau S. und Frau L., aber auch bei Herrn Dr. M. sehr gut aufgehoben gefühlt. Auch hatte ich nicht das Gefühl, als “Laufschnecke” belächelt zu werden. Ich kann mir durchaus vorstellen, wenn ich jetzt wirklich dran bleibe, das ganze in einem oder eineinhalb Jahren noch einmal zu wiederholen und die Ergebnisse zu vergleichen.

Jetzt seid Ihr dran!
Habt Ihr auch schon einmal eine Leistungsdiagnostik machen lassen? Oder daran gedacht?
Mit welchen (neuen) Erkenntnissen?
Wie ist Eure Meinung?
Ich freue mich über jeden Kommentar!

Zwischen Lauffrust und Leistungsdiagnostik

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Nun ist der Brooks-Münster-City-Run schon zwei Monate her, und eigentlich hatte ich ja in meinem Wettkampfbericht angekündigt, dazu noch ein Fazit zu schreiben…
Wie das manchmal so ist – zunächst kam ich einfach nicht dazu, dann „lief“ es einfach nicht so wirklich, und ich hatte keine Lust mehr, mich mit dem aus meiner Sicht doch irgendwie „missglückten Wettkampf“ noch einmal ausführlicher auseinander zu setzen als mit der Erkenntnis, dass ich die erste Runde VIEL zu schnell war und damit alle Körner verbraucht hatte, die mir für die Strecke zur Verfügung standen.
In der Zwischenzeit wollte ich einfach nur laufen, wieder unbeschwert und entspannt, gerne auch länger mal durch die Gegend traben, aber es funktionierte einfach nicht.
Einmal hatte ich mir beispielsweise die Runde um den Kemnader Stausee ausgesucht (~8 km), die ich nach der Hälfte aber abbrechen musste, weil es einfach nicht mehr ging. Dabei konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal sagen, woran es lag. Der Kopf sagte einfach „es geht nicht“ – und ich konnte die restlichen vier Kilometer zurück zum Auto spazieren gehen…
Ziemlich frustrierend.
Highlights gab es aber dennoch. Ich bekam Gesellschaft beim Laufen. Einmal traf ich mich mit Claudia, und wir machten eine ganz gemütliche, langsame Quasselrunde auf meiner 5 km – Heimatstrecke.
Regelmäßig treffe ich mich nun einmal in der Woche mit Sabrina zu einer Plauderrunde, wobei unser Tempo dabei für mich nicht immer ganz so gemütlich ist. Aber Spaß macht es auf jeden Fall, auch wenn ich weiterhin das Gefühl hatte, dass ich total schwerfällig laufe und auf keinen Fall mehr als fünf Kilometer momentan schaffen könnte.
Wer meine Statements bei Twitter verfolgt, bekam also mit, dass mich das Laufen in der letzten Zeit eher frustriert als entspannt hat. Eigentlich war ich mit jedem Lauf unzufrieden, fühlte mich müde und schlapp und kam einfach kein Stückchen weiter.
Ich musste mir sogar den Ratschlag anhören, ob ich mir nicht vielleicht eine andere Sportart suchen wolle, denn das Hobby „solle doch schließlich Spaß machen“…

Das hat mich schon ein bisschen getroffen.
Sollte Laufen wirklich nichts für mich sein? Bin ich dafür doch zu unsportlich, unförmig, untalentiert? Gleichzeitig erreichte mich aber auch der Tipp, doch mal eine Leistungsdiagnostik machen zu lassen. Das bedeutet, über die Bestimmung der Laktatwerte während steigender Belastung feststellen zu können, wo die optimalen Trainingsbereiche liegen und damit ein gezielteres Training zu ermöglichen. Diese Idee fand ich sehr interessant.
Zunächst dachte ich ja, dass so etwas nur etwas für Profis ist, oder für die, die es noch werden wollen, aber ich ließ mich durch verschiedene Menschen vom Twitterlauftreff davon überzeugen, dass das eigentlich gerade für Laufanfänger ideal sei, um einfach „richtig“ zu trainieren.
Gesagt getan, ich meldete mich bei „medicos auf Schalke“, einem Zentrum für Physio, Gesundheit und Sport, in Gelsenkirchen zur Leistungsdiagnostik an. Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Test wirklich machen wollte, also behielt ich das Vorhaben auch eher dezent für mich.
Letzten Freitag (am 06.09.2013) war es dann so weit.
Wie so eine Leistungsmessung aussieht, und ob sich das Ganze auch für so Laufschnecken wie mich lohnt, erfahrt Ihr in meinem nächsten Bericht…
In der Zwischenzeit könnt Ihr mit mir hier diskutieren, ob Ihr schon einmal ähnlich Erfahrungen gemacht habt, auch schonmal dachtet, die Laufschuhe an den Nagel zu hängen oder wie Ihr mit meinem Lauf-Frust umgegangen wärt!? Ich freu‘ mich drauf!
(Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen!)

Angekommen. – Brooks Münster City Run 2013

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TitelVorgestern, am 07.07.2013 war es so weit:

Der Brooks-Münster-City-Run stand in meinem Kalender.

Der ominöse Lauf, den ich seit ziemlich genau sieben Wochen vor Augen hatte, und weswegen ich in den letzen Tagen dann doch ziemlich nervös war…

Entsprechend verlief auch der Tag. Die Wetter-Vorhersage hatte nicht zuviel versprochen – es war brütend heiß mit Temperaturen bis 30°C.
Bis zum Nachmittag versuchte ich mich abzulenken oder mit einem Bad zu entspannen, Mittagsschlaf fiel ebenso aus, mein Ruhepuls lag fast 20 Schläge über normal.

Meinen Rucksack mit Wechselsachen, Getränken, Forerunner und allem, was man so braucht, hatte ich schon am Samstag gepackt. Natürlich kontrollierte ich alles nochmal, ob ich auch nichts vergessen hatte.

Gegen achtzehn Uhr waren wir in Münster im Parkhaus angekommen. Es wurde schon alles für die Schülerläufe aufgebaut und leuchtete schon überall in fröhlichem Brooks-blau.

Die Startnummer war dann schnell im Innenhof des Münsteraner Rathaus abgeholt. Danach noch kurz in die Schlange vom Dixie-Klo gestellt (das ist ja auch so eine Erfahrung, die man nicht unbedingt machen muss… igitt.)
Zwischendurch immer mal noch etwas getrunken und eine halbe Banane gefuttert. Und den <3-Mann mit meiner Nervosität auf den Senkel gegangen.

Brooks Münster City Run (27)

vor dem Start

Brooks Münster City Run (13)Startnummer 314

Die Schülerläufe starteten um zehn nach sieben. Erst die Mädels, dann die Jungen über eine Strecke von 1,2 km.
Herr Kas suchte sich dann einen Platz zum Fotografieren, so dass ich die letzten Minuten vor dem Start noch für mich allein war. Ich kämpfte ein wenig mit der Technik, da der Garmin Forerunner 410 zwischen den Häusern immer wieder das GPS-Signal verlor.

Dann sah ich Sabrina (@runpanty) und gesellte mich für einen kurzen Wortwechsel zu ihr. In den wenigen Minuten vor dem Startschuss konnte ich dann noch schnell Matthias (@runherne), und André (@bluecherHROs) “Hallo” sagen, dann ging es auch schon los.

Tatsächlich machte Markus (@hr_markus) seine “Mission” wahr und war von Anfang an an meiner Seite! So ganz geglaubt hatte ich das noch immer nicht. Aber tatsächlich – er wollte sich der Herausforderung stellen, ein aufgeregtes, talentfreies Nervenbündel ins Ziel zu bringen und damit seinen langsamsten Lauf seiner Karriere erleben…
Auch Christian (@Koerb_de) schloss sich uns spontan an, und so konnten wir (zumindest als die Luft noch in der ersten Runde reichte) nett plaudern.

Nun aber der Reihe nach:

Brooks Münster City Run (43)

Die Laufstrecke war eine flache 2-km-Runde durch die Innenstadt von Münster, die fünf Mal gelaufen werden musste. Für die Zuschauer / Supporter / Fans / Fotografen total super, da sie so fünf Mal das Feld an sich vorbei kommen sahen! Aber auch für mich war es schön, jede Runde einmal nach dem Liebsten Ausschau zu halten.

In der ersten Runde war noch alles in Ordnung. Soweit konnte man noch von “run happy”, dem Brooks-Motto sprechen. Wir liefen “nach Gefühl” los, man könnte auch sagen “viel zu schnell”  mit einer Pace von 5:36 min/km auf dem ersten Kilometer.

Zwinkerndes Smiley 

Ein großer Teil der Strecke lief über Kopfsteinpflaster, was ich für meine “Wackelknöchel” sehr besorgniserregend fand. Sehr schön hingegen war der Abschnitt an der “Promenade” entlang, wo die Baumallee wohltuenden Schatten spendete und flacher Asphalt wesentlich angenehmer war.

Auch der zweite Kilometer war mit 6:46 min/km noch recht flott für meine Verhältnisse und im Plan. Aber es “lief” eben auch nur in der ersten Runde (1. offizielle Rundenzeit 13:11 min).
Angepeilt und insgeheim erhofft hatte ich eine 1:09 als Zielzeit – aber jeglichen Plan beim Laufen über den Haufen geworfen und fast kein einziges Mal mehr auf die Laufuhr geschaut.

Km 3 und 4 waren mit 6:50 und 7:27 min/km auch noch gut. (2. offizielle Rundenzeit 14:36).

Nach der zweiten Runde war dann aber anscheinend bei mir die Luft raus, und ich lief deutlich unentspannter, wohlwollend ausgedrückt. Anfangs versuchte ich noch, mich an meinen Vorsatz, nicht zu jammern zu halten, das wurde aber mit fortschreitender Strecke immer schwieriger und ich gab ihn letztendlich dann doch auf…

Es war unerträglich heiß. Mein Puls lag weit jenseits meiner gewohnten gemütlichen Trainingsläufe, auch wenn ich zwischendurch überhaupt nicht auf die Pulsanzeige schauen musste. Das merkte ich auch so.

Markus versorgte mich ganz lieb mit Wasser an der Verpflegungsstation, wovon ich in den ersten beiden Runden auch Gebrauch machte. Ich merkte dann allerdings, dass ich Seitenstechen bekam und entschied, nur noch mein Schweißband nass zu machen und mich damit unterwegs “abzukühlen”. Netter Versuch…

Km 5 mit 7:33 min/km war auch noch okay – an dieser Stelle hätte ich aber höchstwahrscheinlich aufgehört, wenn ich allein unterwegs gewesen wäre. Ernsthaft. Ab da fingen die negativen Gedanken an, die mir die zweite Hälfte des Laufes so vermiest haben.
Christian und Markus versuchten es unterdessen, mit einer mir unverständlichen Geduld, mich mit aufmunternden Worten, lieben Sprüchen und viel Zuspruch zu motivieren, nicht in Gehpausen zu verfallen. Und bereits hier war Markus’ Diagnose “Das ist nur der Kopf, Deine Beine können noch!” ohne Zweifel zutreffend!

Brooks-Muenster-City-RUN-2013_248_Sven-Zieseniss

Foto: Sven Zieseniß / Brooks.de

Die Stimmung an der Strecke war wirklich klasse, und eben auch als “Schlusslicht” oder “Schlusstern (Zitat André ;) wurde man von den Zuschauern unheimlich angefeuert.
Auf dem Bild sieht man, dass wir die ganze Zeit vom “Besenläufer” mit gelber Warnweste begleitet wurden – ihn neckten wir unterwegs, ob es für ihn nicht unheimlich anstrengend wäre, so langsam zu laufen, oder ob er etwa eine Wette verloren hätte ;)

Km 6 war mit 8:20 min/km dann jenseits von allem Plan – aber von nun an häuften sich meine Gehpausen. (Offizielle Rundenzeit der dritten Runde 16:07 min)
Das einzige, das ich wusste war unterdessen, dass ich irgendwie ankommen musste. Leider reichte mein Ehrgeiz nur für diesen Vorsatz, nicht mehr für irgendeinen Antrieb, nochmal die Zähne zusammen zu beißen und durchzulaufen.

In der vierten Runde wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass dies doch bitte die letzte sein möge, aber hier zeigte mir die km-Anzeige am Forerunner die bittere Wahrheit. Das Ziel lag noch weit entfernt… :(
Es gab eigentlich keinerlei Ausreden, die mir den Lauf so besonders schwer gemacht hätten. Noch nicht einmal eine Blase, die ich im Training regelmäßig bekam, meldete sich. Kein Zwicken (von dem kurzen Seitenstechen abgesehen, das aber auch wieder vollständig verschwand), keine Schmerzen, nix. Nur das Gefühl, der Akku sei leer.
(4. Offizielle Rundenzeit 17:25, km 7 = 7:52 und km 8 = 9:04 min/km)

Auch in der letzten Runde wurde es nicht mehr besser (km 9 = 8:21 und km 10 = 9:31 min/km).  Immerhin hatte ich nicht mehr die Sorge, die könnten inzwischen schon das Ziel abgebaut haben, denn der Besenläufer war noch bei uns und wurde von seinen Streckenposten-Kollegen immer gefragt, wie viele Runden wir denn noch laufen müssten.

Nach der letzten Kurve wollte ich nur noch ins Ziel und habe sogar noch mal die restliche Kraft für einen letzten Mini-Zielsprint zusammengekratzt. Sah dennoch eher kläglich aus, daher erspare ich mir und Euch an dieser Stelle auch die Bilder von meinem Zieleinlauf…

Im Zielkanal, in dem schon alle anderen entspannt ihr Ziel-Bierchen schlürften, hatte ich ersteinmal das Gefühl, ich müsste einem der schon aufräumenden Helfer den Müllsack entreißen, um… naja ihr wisst schon… ;) Aber auch hier noch einmal das letzte Quentchen Würde behalten und noch etliche Meter weiter gegangen, um den Puls (im Ziel Maximum 186 bpm) wieder herunter zu bekommen.

Auf der Uhr standen am Ende netto 1:19:11.
Keine Meisterleistung, aber angekommen.

Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass Markus mich so lieb und aufmunternd begleitet hat. Ich allein wäre zu irgendeinem Zeitpunkt ausgestiegen und hätte mich danach 1000%ig schwarz geärgert. So ärgere ich mich zwar auch, dass ich es nicht fertig gebracht habe, die Strecke in einem passableren Tempo als im Training und ohne Gehpausen hinter mich zu bringen. Aber ich bin angekommen.

Danke Markus!

Ich überlege noch, wie ich das wieder gut machen kann, aber da lasse ich mir noch etwas einfallen!

laeufer

Anschließend haben wir uns noch ein bisschen unterhalten, Wasser und Weizenbier getrunken und ein natürlich ein Erinnerungsfoto von Christian, Sabrina, Markus und mir gemacht.
Manu (hatten wir unterwegs schon gesehen, als sie uns überrundet hat ;) und Sven traf ich dann auch noch kurz – für viel Unterhaltung war dann aber leider kaum Zeit, weil es schon recht spät war und der <3-Mann nach Hause wollte. Schließlich hatten wir noch eine Stunde Fahrtzeit einzuplanen und ich am Folgetag eine Tagung, zu der ich recht früh raus musste.

Ganz großartig und absolut überwältigend fand ich die unzähligen Kommentare, Anfeuerungen und Nachrichten von Euch über WhatsApp, Twitter oder Facebook. Ich habe vorher und insbesondere nochmal NACH dem Lauf so wahnsinnig viel Zuspruch und Gratulationen bekommen, dass ich wirklich sehr “gerührt” war. *schnief*

Soweit meine noch frischen Eindrücke vom Brooks Münster City Run. Ich werde in den nächsten Tagen vielleicht noch ein Fazit dazu schreiben – vielleicht noch einmal überlegen, was genau “nicht so ideal” war und was ich beim nächsten Mal (bzw. ob es ein nächstes Mal geben könnte…) anders machen könnte / sollte.
Nur eine Sache verrate ich Euch schonmal vorab: Ich habe heute (Dienstag) einen mordsmäßigen Muskelkater in den Oberschenkeln!!!

Smiley

Interessiert es Euch, ob und wie es weiter geht?

Nervös…

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… bin ich jetzt doch schon ziemlich.

Nächsten Sonntag steht der “Brooks Münster City Run” auf dem Programm. Worum es geht, habe ich ja schon in meinem letzten Artikel „Wettkampf in Sicht“ beschrieben.

Und ich stelle mir tausend Fragen, anstatt “einfach zu laufen” am nächsten Wochenende:

 

  • Laufe ich mit Musik oder ohne?
    (Ich laufe im Training IMMER mit Musik. Würde sie mir nicht fehlen, wenn ich sie dann mal weglasse?)
  • Nehme ich was zu trinken mit im Gürtel?
    (Nehme ich sonst auch immer auf den “längeren” Strecken. Wobei so ein Gürtel ja nicht wirklich bequem ist.)
  • Welches Tempo laufe ich?
    (Ich glaube, ich brauche so etwas wie eine “Vorgabe” – aber da hoffe ich einfach auf
    Markus. Ich möchte nicht darüber nachdenken müssen, ob ich nicht doch schneller könnte, wollte oder müsste…)
  • Was für eine Zeit ist realistisch?
  • Was ist wohl für ein Wetter am Sonntag?
    (Ich hoffe auf kühl und bedeckt. Warm ist Gift für mich.)
  • Schaue ich zwischendurch auf den Puls?
    (Oder blende ich den am besten auf dem FR410 aus?)
  • Welche Anzeige am FR410 brauche ich, ohne mich ablenken zu lassen?
  • Wie hält man FÜNF Runden aus?
  • Was ziehe ich an?
  • Wann fahren wir los?
  • Wo parken wir am besten?
  • Was esse ich vorher?
  • Wie ertragen mich meine Mitläufer und Mitmenschen am nächsten Sonntag???
    Zwinkerndes Smiley

Falls Ihr Antworten, Baldrian oder sonstige Tipps für mich habt, lasst es mich wissen!

Wettkampf in Sicht

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Wettkampf in Sicht

Über Facebook oder Twitter bekommt Ihr ja schon im groben mit, ob ich gerade mal wieder fleißig laufe oder eine Null-Bock-Phase verbringe…

Und da merkt Ihr – aktuell läuft es ganz prima. Ich trainiere dreimal in der Woche, wenn ich nicht gerade in Partyvorbereitungen stecke, denn da fiel aus Zeitmangel mal eben eine ganze Woche aus.

Der Grund für meine momentane Motivation ist ein Ziel, das ich mir ein kleines bisschen willkürlich und mehr oder weniger als Schnapsidee ausgedacht habe:

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Mit FrauRadLos und Kaeterakete haben wir mal so nebenbei bei Twitter über ein mögliches Treffen geplaudert, als Markus den „Brooks-Münster-City-Run“ als Vorschlag in den Ring warf. Und irgendwie keimte da die irre Idee auf, ich könnte doch mal wieder an einem Wettkampf teilnehmen.

Allerdings war es vom Zeitpunkt der Idee bis zum Wettkampftag am 07.07. nur sieben Wochen (von denen ich jetzt gerade eine schonmal versemmelt habe). 10 km sind zwar selbst für mich zu schaffen – das Problem ist dabei nur, dass ich so furchtbar langsam bin und sicherlich eine der Allerletzten sein werde. Das ist nicht untertrieben, sondern ziemlich sicher.
Allerdings sollte mich das auch nicht unbedingt so arg belasten, denn dann wäre ich immer noch besser als alle diejenigen, die an diesem Tag auf der Couch liegen bleiben…

Was mich zusätzlich motiviert, ist das aberwitzige Angebot von Markus im Sinne von „wenn Du das wirklich durchziehst, laufe ich mit Dir!“ – Das fand ich ja erstmal etwas bedenklich, der unterschwellig hörbare Zweifel an meinem Vorhaben spornt mich aber doch an! *grins*
So langsam, wie ich laufe, kann aber doch kein „normaler Läufer“ laufen… !?

Aber den Vorteil, im Wettkampf jemanden “Erfahrenes“ neben mir laufen zu haben, der mich ein bisschen „anschubst“ und bei dem ich vielleicht nicht ganz so viel jammern werde, wie ich es machen würde, wenn ich allein unterwegs wäre, werde ich aller Voraussicht nach gerne und dankend annehmen!
(Falls mein Zugpferd es sich dann doch kurzfristig anders überlegt, kann ich das aberauch gut nachvollziehen und es wäre kein Drama.)

Normalerweise hasse ich es ja, RUNDEN zu laufen, aber in Münster werden es fünf Runden à zwei Kilometer mitten durch die Stadt sein. Sehr zuschauerfreundlich – meine Fans werden mich also häufig zu sehen bekommen, sofern sie es so lange am Rand aushalten oder nicht lieber vorher schonmal zum Bierstand abdriften … :D

Der <3-Mann hat sich beim Fußballspielen einen Muskelfaserriss zugezogen und fällt leider die nächste Zeit wohl fürs Laufen aus. Bedeutet – keine aktive Teilnahme für ihn am BMCR – aber die wesentlich wichtigere Aufgabe des Supporters…

Ansonsten freue ich mich darauf, viele Leute in Münster zu treffen, die man schon von Twitter, Facebook oder aber auch schon „in echt“ kennt. Ich habe so im Gefühl, da könnten schon einige „Bekannte“ zusammen kommen!

So langsam häufen sich bei mir allerdings auch die Gedanken „Was hast Du Dir nur dabei gedacht?“ oder „Was hast Du wieder angestellt?“ ;))

Wer von Euch ist alles dabei? Ihr könnt Euch noch anmelden! ;)

Unausstehlich

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Gedanken zum Lauf:

  • Mit schlechter Laune in die untergehende Sonne zu laufen, war eine gute Idee!
  • Laufhose auf links an. Das auch noch! Blieb aber so. Rebellisch kann ich.
  • Der erste Kilometer war der schnellste. Danach war alle Wut raus… Leider auch meine Energie.
  • Ins neuste „Blutengel“-Album reingehört. Gefällt mir. Ist nur ganz und gar nicht stimmungsaufhellend.
  • 5 km geschafft. Jippieh!
  • Puls viel zu hoch, im Schnitt fast bei 170 bpm. Finde ich nicht normal!?
  • Sollte mir nicht so viel Gedanken über den Lauf machen!
  • Sonst auch nicht…
  • Bin ich froh, doch gelaufen zu sein!!!
  • Kann mich heute selbst nicht leiden. Wenn ich könnte, würde ich mich selbst entfolgen…
  • So, ausgepowert, abreagiert und genug rumgejappelt- und dann gleich noch in pinkes Badewasser in Schaumberge von meinem Lieblingsschaumbad von Lush, dann sieht die Welt gleich viel freundlicher aus! :)