Sie ist da! <3

Standard

 

Mit dem regelmäßigen Bloggen hat das ja nun nicht so gut geklappt…
Aber es würde etwas fehlen, wenn ich nicht von Rosalies Ankunft erzählen würde, also habe ich endlich ein Eckchen Zeit gefunden, ein bisschen was davon zu erzählen.
Die meisten werden es schon persönlich, über Facebook oder Twitter erfahren haben, dass “Rosalie” auf der Welt ist, aber hier muss ja auch das wie und wann festgehalten werden, obwohl es ja schon mehr als zwei Monate her ist!

24. Mai 2014 – Samstag (errechneter ET)

CTG

 

Am errechneten Entbindungstermin (ET) sollte ich abends zum Krankenhaus zur CTG-Kontrolle kommen. Wir waren gegen 19 Uhr dort, trafen auf unsere Hebamme aus dem Geburtsvorbereitungskurs und ließen uns erklären, wie es ab jetzt weitergehen sollte. Ich wollte nämlich wissen, wie nun der “Fahrplan” aussieht, denn die Oberärztin hatte bei der Geburtsplanung vor einem Monat gesagt, man würde bei einer Schwangerschaftsdiabetes höchstens fünf Tage über den ET gehen und dann einleiten.

Die Hebamme riet mir, mich am Montag vom Chefarzt untersuchen zu lassen, da er weniger “vorsichtig” sei als die Oberärztin und ich dort in besseren Händen wäre.

Gesagt, getan…

25. Mai 2014 – Sonntag

Nach meinem Gefühl tat sich noch überhaupt nichts. Ich war fit wie ein Turnschuh. Und wie Sonntags so üblich, machten wir mit unseren Freuden noch einen schönen Geocaching-Ausflug in den Wald. Im Nachhinein war das vielleicht ein wenig unvernünftig, denn so wie meine Frauenärztin mir gesagt hatte, hätte ich bei einem eventuellen Blasensprung liegend transportiert werden müssen. Und dort im nichts, wo wir diesmal auf Schatzsuche waren, wäre im Leben kein RTW hingekommen.

Aber wie schon vorausgesagt, blieb alles ruhig. Wir machten einen schönen Waldspaziergang und suchten einen netten Multi-Geocache. Anschließend gemütliche und leckere Einkehr auf einem Bauerngasthof. Sehr entspannter Sonntag.,,

26. Mai 2014 – Montag

Wie von der Hebamme empfohlen, rief ich morgens früh gleich im Krankenhaus an, um nach einem Termin beim Chefarzt zu fragen. Ergebnis: Ich durfte direkt um halb neun vorbeikommen.
Mein Mann hatte morgens noch gefragt, ob er noch arbeiten gehen könnte, aber nach meiner Einschätzung gab es da absolut keine Sorge, dass es in der nächsten Zeit irgendwie losgehen würde.

Die Untersuchung beim Chefarzt ergab dann einen ähnlichen Befund. Absolut null Anzeichen für eine bevorstehende Geburt. Muttermund komplett geschlossen, Gebärmutterhals so wie immer, Kind noch recht weit oben und noch nicht in Richtung “Ausgang” gesunken. Aber alles top in Ordnung.
Der Doc meinte auf meine Frage nach dem weiteren Vorgehen nur, ich solle noch diese Woche Geduld haben, denn eine Einleitung würde eher dann Erfolg haben, wenn man vorher ausreichend gewartet hätte. Also erst einmal abwarten und dann zum Wochenende noch mal gucken, ob man dann langsam einleitet.
Das kam mir sehr gelegen, denn vom Thema “Einleitung” hielt ich ohnehin nicht viel, und noch eine Woche Zeit für mich erschien mir eine verlockende Aussicht.

CTG2Als nächstes sollte ich noch zum Kreissaal, um ein CTG zu machen. Routine – dachte ich. Vorher textete ich noch meinem Mann, dass alles wie vermutet und in Ordnung sei.
Dann nahm die Geschichte allerdings eine etwas unerwartete Wendung:

Das CTG gefiel der Hebamme und der diensthabenden Ärztin nicht so richtig. Meinen Einwand, Rosalie habe immer morgens gepennt und das Problem hätten wir bei meiner Frauenärztin auch schon einmal gehabt, ließen sie nicht gelten. Herztöne waren kräftig und regelmäßig, aber eben ZU regelmäßig, und dadurch schwer auswertbar.

Zwischendurch sollte ich etwas trinken, dann eine Runde spazieren gehen, und langsam hatte ich einen Hals, weil ich lieber nach Hause wollte…
Bis Mittags war ich dann mit dem CTG zugange, bis dann der Chefarzt auch noch einmal einen Blick drauf werfen sollte, und er nun plötzlich meinte, das CTG wäre nicht optimal (7 von 10 Punkten, was auch immer das bedeutet), und nun wäre es doch besser, JETZT schon einzuleiten. Ein Notfall  wäre es nicht, aber es könne sein, dass die Versorgung nun nachlasse und man würde mit diesem Befund nicht noch eine Woche abwarten. Ich sollte also direkt da bleiben.


WAAAAAAAAAAAAAAAS?

Gerade hieß es noch, alles noch “Fort Knox” und lieber abwarten, und nun (HEUTE?) einleiten???
Da war ich ziemlich durch den Wind. Natürlich vertraute ich dabei auf die Einschätzung des Arztes, aber so hatte ich mir die Sache nicht vorgestellt. Ich wollte doch warten, bis mein Körper von sich aus den “Startschuss” gibt und dann auch bereit für eine natürliche Geburt ist!
Aber na schön, wenn das das beste für mein Kind sein sollte, dann machen wir das halt. Ganz so gelassen habe ich das zu dem Zeitpunkt allerdings nicht gesehen und wollte das überhaupt nicht. Ich kam mir ein bisschen überrumpelt vor und bekam langsam Panik.

Es ging alles so verdammt schnell. Die Hebamme stellte direkt eine Tablette auf den Tisch, ich unterschrieb einen Aufklärungszettel zur Einleitung und zum Medikament, dann kam gleich die Ärztin und verpasste mir einen Zugang. “Wofür einen Zugang? Ich dachte, ich sollte eine Tablette bekommen?”
”Das wird immer so gemacht bei einer Einleitung…”
Auch das wollte ich eigentlich nicht, ließ es aber wie ein krankes Pferd über mich ergehen und ärgerte mich, dass die Ärztin noch nicht einmal über den blöden Zugang Blut abnehmen konnte und direkt noch einmal die Nadel zücken musste.

Dann sollte ich mich bei der Patientenaufnahme anmelden und mir auf der Station ein Zimmer geben lassen. Anschließend würde mir die Hebamme die Tablette geben und mir den Ablauf der Einleitung erklären. Jetzt müsse sie aber zuerst einmal in den OP zu einem Kaiserschnitt.

In der Zwischenzeit textete ich meinem Mann, dass er nun doch langsam nach Feierabend machen und meine Tasche mitbringen sollte. Fahrplanänderung. Er sollte sich aber keine Sorgen machen.
Mit das Schlimmste an der Situation war zu allem Überfluss, dass mein Handyakku sich dem Ende näherte und ich damit nicht mehr die Möglichkeit hatte, mich mitzuteilen. Und natürlich kein Ladekabel dabei… Ich hatte ja auch eigentlich vorgehabt, nach höchstens zwei Stunden wieder daheim zu sein!

Wie im Trance und sichtlich geknickt, meldete ich mich an, lief zur Station und bekam dort ein Zimmer. Die Schwester war sehr nett und gab mir ein Einzelzimmer, denn die Station war zurzeit voll belegt.
Dann passierte nichts mehr. Keine Schwester, keine Hebamme, keine Tablette –  niemand schaute mehr nach mir. Und irgendwann kam dann der Liebste mir meiner Tasche und fand ein Nervenbündel vor.
Wir spielten ein Brettspiel am ipad zur Ablenkung, aber schon da bekam ich zwischendurch eine halbe Panikattacke, weil ich mit der Situation so überrumpelt war.
Am späten Nachmittag holte mich dann eine andere Hebamme zu einem erneuten CTG ab, was schon ganz anders und deutlich besser aussah als heute Morgen. Klar, nachmittags war ja auch nicht Rosalies Schlafenszeit…
Auf meine Nachfrage hin sagte die Hebamme, dass sie mich mit so einem CTG heute Morgen ganz normal hätten gehen lassen…
Na prima.
Ich schilderte ihr meine Bedenken bezüglich einer Einleitung bei einem derartig “unreifen” Befund wie bei mir heute Morgen. Meine Sorge war, dass es wie so häufig erst kaum vorwärts gehen würde und dann nach quälend langer Zeit doch zu einem Kaiserschnitt kommen würde. Sie konnte meine Argumentation nachvollziehen und schlug eine Art “Kompromiss” vor. Ich sollte dem Chefarzt doch vorschlagen, morgen mit der Einleitung zu beginnen (zur Nacht würde man das nicht machen, weil man dann nicht schlafen könne) und mal zu schauen, wie mein Körper auf das Medikament reagiere. Wenn sich dann nichts tun würde, könne man immer noch am Mittwoch zu einem Kaiserschnitt übergehen. Dann hätte ich es “wenigstens versucht”, was aus ihrer Sicht mental sehr wichtig für die meisten Frauen sei.

Das wäre es für mich definitiv nicht. Ich hätte mir eine natürliche Geburt vorstellen können. Allerdings unter der Voraussetzung, dass mein Körper das Startsignal gibt und es dann allmählich losgeht. Ich hatte immer gesagt, dass ich mir durchaus einen Kaiserschnitt vorstellen kann, wenn es dafür eine Indikation gibt. Und nun kam so vieles zusammen: Der gänzlich unreife Befund, ein nicht astreines CTG, ein geschätztes Geburtsgewicht von 4 kg und einen großen Kopf-/Rumpfumfang.
Ich wollte mich aus diesen Gründen einfach nicht mit einer Einleitung herumschlagen, weil ich überhaupt nicht daran glaubte, dass diese unter diesen Vorzeichen zu einem glücklichen Ende führen könnte. Dann lieber gleich einen Kaiserschnitt in Ruhe und ohne Hektik.

Und diese Überlegung versuchten wir dann abends dem Chefarzt klar zu machen. Zunächst war er verärgert, weil ich die Einleitungs-Tablette nicht genommen hatte. Dafür konnte ich aber nichts, denn schließlich war niemand mehr damit zu mir gekommen. Natürlich hatte ich auch nicht danach gefragt, schließlich wollte ich sie ja tatsächlich auch eigentlich gar nicht.
Nachdem er sich dann meine Argumentation angehört hatte, und auch mein Mann  ihm glaubhaft versichern konnte, dass ich sicherlich keine Depressionen bekommen würde, wenn ich nicht “alibimäßig” eine natürliche Geburt versucht hätte, schlug er nach einigem Hin und Her vor, man könne dann auch direkt morgen den Kaiserschnitt machen und Rosalie auf die Welt holen. Zuvor hatte auch er noch einmal eindringlich davor gewarnt, dass viele Frauen psychische Probleme wegen eines Kaiserschnitts bekommen und dass er deshalb immer erst zu einer Einleitung tendieren würde.

Als das Gespräch dann endlich diese Wendung genommen hatte, fiel mir beinahe hörbar ein dicker Felsbrocken vom Herzen. Ab diesem Augenblick war ich wieder die Ruhe selbst und alle Anspannung fiel ab. Nun wusste ich, was auf mich zukommen würde, wie Rosalie auf die Welt kommen würde, und dass es nicht in einem hektischen, ungeplanten Notkaiserschnitt enden würde.

Mit dieser für mich guten Aussicht konnte ich sogar die Nacht über relativ gut schlafen, obwohl der blöde Zugang schmerzte und immer im Weg war, z.B. beim Duschen.
Der <3-Mann war um so mehr aufgeregt und hatte wohl so gut wie keinen Schlaf daheim allein. Er wollte am nächsten Morgen aber auch direkt schon wieder um acht bei mir sein, um die Geburt mitzuerleben.

Damit Ihr nicht vor Langeweile einschlaft oder vom langen Lesen müde werdet, teile ich diesen Blogartikel ausnahmsweise einmal in zwei Teile. (Hier lest Ihr weiter…)

Demnächst erfahrt ihr dann, wie Rosalie nun tatsächlich auf die Welt kam…
(in der Zwischenzeit sind Kommentare, Fragen oder Anmerkungen herzlich Willkommen!)

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Eine Antwort »

  1. Danke für den ersten Teil, an dem mich vor allem freut das Du ruhiger und sicherer wurdest mit Eurer Entscheidung – das ist schön. Und nun bin ich sehr gespannt auf den zweiten Teil…

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt!

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