Zwischen Lauffrust und Leistungsdiagnostik

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Nun ist der Brooks-Münster-City-Run schon zwei Monate her, und eigentlich hatte ich ja in meinem Wettkampfbericht angekündigt, dazu noch ein Fazit zu schreiben…
Wie das manchmal so ist – zunächst kam ich einfach nicht dazu, dann „lief“ es einfach nicht so wirklich, und ich hatte keine Lust mehr, mich mit dem aus meiner Sicht doch irgendwie „missglückten Wettkampf“ noch einmal ausführlicher auseinander zu setzen als mit der Erkenntnis, dass ich die erste Runde VIEL zu schnell war und damit alle Körner verbraucht hatte, die mir für die Strecke zur Verfügung standen.
In der Zwischenzeit wollte ich einfach nur laufen, wieder unbeschwert und entspannt, gerne auch länger mal durch die Gegend traben, aber es funktionierte einfach nicht.
Einmal hatte ich mir beispielsweise die Runde um den Kemnader Stausee ausgesucht (~8 km), die ich nach der Hälfte aber abbrechen musste, weil es einfach nicht mehr ging. Dabei konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal sagen, woran es lag. Der Kopf sagte einfach „es geht nicht“ – und ich konnte die restlichen vier Kilometer zurück zum Auto spazieren gehen…
Ziemlich frustrierend.
Highlights gab es aber dennoch. Ich bekam Gesellschaft beim Laufen. Einmal traf ich mich mit Claudia, und wir machten eine ganz gemütliche, langsame Quasselrunde auf meiner 5 km – Heimatstrecke.
Regelmäßig treffe ich mich nun einmal in der Woche mit Sabrina zu einer Plauderrunde, wobei unser Tempo dabei für mich nicht immer ganz so gemütlich ist. Aber Spaß macht es auf jeden Fall, auch wenn ich weiterhin das Gefühl hatte, dass ich total schwerfällig laufe und auf keinen Fall mehr als fünf Kilometer momentan schaffen könnte.
Wer meine Statements bei Twitter verfolgt, bekam also mit, dass mich das Laufen in der letzten Zeit eher frustriert als entspannt hat. Eigentlich war ich mit jedem Lauf unzufrieden, fühlte mich müde und schlapp und kam einfach kein Stückchen weiter.
Ich musste mir sogar den Ratschlag anhören, ob ich mir nicht vielleicht eine andere Sportart suchen wolle, denn das Hobby „solle doch schließlich Spaß machen“…

Das hat mich schon ein bisschen getroffen.
Sollte Laufen wirklich nichts für mich sein? Bin ich dafür doch zu unsportlich, unförmig, untalentiert? Gleichzeitig erreichte mich aber auch der Tipp, doch mal eine Leistungsdiagnostik machen zu lassen. Das bedeutet, über die Bestimmung der Laktatwerte während steigender Belastung feststellen zu können, wo die optimalen Trainingsbereiche liegen und damit ein gezielteres Training zu ermöglichen. Diese Idee fand ich sehr interessant.
Zunächst dachte ich ja, dass so etwas nur etwas für Profis ist, oder für die, die es noch werden wollen, aber ich ließ mich durch verschiedene Menschen vom Twitterlauftreff davon überzeugen, dass das eigentlich gerade für Laufanfänger ideal sei, um einfach „richtig“ zu trainieren.
Gesagt getan, ich meldete mich bei „medicos auf Schalke“, einem Zentrum für Physio, Gesundheit und Sport, in Gelsenkirchen zur Leistungsdiagnostik an. Bis zuletzt war ich mir nicht sicher, ob ich diesen Test wirklich machen wollte, also behielt ich das Vorhaben auch eher dezent für mich.
Letzten Freitag (am 06.09.2013) war es dann so weit.
Wie so eine Leistungsmessung aussieht, und ob sich das Ganze auch für so Laufschnecken wie mich lohnt, erfahrt Ihr in meinem nächsten Bericht…
In der Zwischenzeit könnt Ihr mit mir hier diskutieren, ob Ihr schon einmal ähnlich Erfahrungen gemacht habt, auch schonmal dachtet, die Laufschuhe an den Nagel zu hängen oder wie Ihr mit meinem Lauf-Frust umgegangen wärt!? Ich freu‘ mich drauf!
(Fortsetzung folgt in den nächsten Tagen!)

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  1. Liebe Anke,

    ich bin ja so gespannt, was herausgekommen ist und wie es weitergeht.

    Ich habe meine Leistungsdiagnostik nach meinem ersten Marathon, den ich in knapp fünf Stunden gefinisht habe, durchführen lassen. Danach sah meine Laufwelt ganz anders aus und für mich hat das absolut Sinn gemacht, mich vorangebracht und meine Freunde am Training wurde so auch gesteigert. Das kann natürlich bei jedem anders aussehen, aber ich würde es jedem – egal ob Anfänger oder nicht – ans Herz legen.

    Ich finde es wirklich schade, dass man dir sagt, dass du dir ein anderes Hobby suchen solltest. Sehr taktlos. Auch wenn du vielleicht frustriert bist, so ist es doch dein Hobby. …und äh! Unförmig, untalentiert, unsportlich?!? Gibt’s nicht. Unstimmigkeiten mit seinem Hobby gehört doch irgendwie dazu. Ab und an muss man vielleicht auch seine Laufschuhe an den Nagel hängen, um die Liebe dazu neu zu entfachen.

    • Liebe Nadin,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar! Ich glaube, es war nicht wirklich taktlos, als ein lieber Twitterer das zu mir sagte, sondern als ernsthafte Überlegung gedacht, weil ich die letzten Male wirklich nur gefrustet von meinen Läufen zurück kam. Als Denkanstoß vielleicht, aber sicher nicht böse gemeint.
      Wie es weiter geht, kannst Du nun nachlesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich auch mit neuer Motivation in mein Lauftraining einsteige!
      LG, Anke

  2. Lass‘ Dich nicht unterkriegen! Nicht jeder muss schnell laufen – die Hauptsache ist doch, dass es Spaß macht! Und selbst wenn Du zwischendurch gehst, ist alles fein! Stelle nicht so hohe Ansprüche an Dich!

    Ich hatte bisher nur mal Lauffrust als ich verletzt war und nicht laufen konnte.

    Drücke Dir die Daumen, dass Du Deinen Weg findest Du bald alles wieder besser aussieht und die Lauflust zurück ist!

    • Huhu Manu,
      ich glaube schon, dass die Lauflust bald wieder zurück ist. Momentan sehe ich meine Schneckentempoläufe eben als besonderes Entspannungsprogramm an. Und freue mich darauf, irgendwann auch mal ein lockeres flottes Tempo laufen zu können.
      Aber ich will NICHT zwischendurch gehen. Soviel Ehrgeiz muss sein. ;)
      LG, Anke

  3. Ha, das ist sowas von normal. Glaub mir. Und das ist völlig unabhängig von LD oder Sportlichkeit. Der Körper braucht mal ne Auszeit. Die holt er sich. Entweder fängst Du Dir ne Verletzung ein (was die deutlich schlimmere Variante ist) oder der Kopf ist halt leer.
    Mach in der Zeit was anderes. Lenk Dich ab mit anderen Sachen die DIr Spaß machen. Die Lust am Laufen kommt von allein wieder. Versprochen!
    LD hab ich auch machen lassen vor ca 2 Jahren. Die Ergebnisse waren echt gut. Nur musste ich das langsame Laufen lernen (um den GA1 Wert zu drücken)

    • Hallo KraxlWaxl ;)
      Das ist eine schöne Formulierung und trifft es sicher sehr gut, dass der Kopf irgendwie leer war.
      Und ich höre es immer wieder, dass es für erfahrene Läufer echt schwer ist, so langsam im GA1-Bereich zu laufen!
      LG, Anke

  4. Also ich kenne das auch – manchmal möchte ich einfach zu viel und renne zu schnell los. Irgendwann habe ich einen hochroten Kopf, keuche und nach ein paar Mal freue ich mich schon gar nicht mehr aufs Laufen.
    Was mir deutlich geholfen hat, war mir einen Alarm auf meiner Uhr zu stellen, welche mich immer daran erinnert hat, wenn ich einen gewissen Puls überschreite. Sobald das passiert, höre ich sofort auf zu rennen und gehe, bis sich der Puls normalisiert. Ausserdem nahm ich mir primär kürzere Strecken vor, als ich eigentlich schaffen würde (bei Dir z.B. 3km Runden) und war dann jedes Mal danach begeistert, dass ich diese so gut geschafft habe und mich noch so frisch fühle :-) Und nach und nach kam dann auch der Spass wieder :-)

    Liebe Grüsse
    Ariana

    • Hallo Ariana!
      Das hört sich ganz so an, wie es mir die letzten Male erging. Ich wollte zuviel und bin immer zu schnell los. Das mit der Pulsuhr ist ja nun tatsächlich die Lösung, ich weiß jetzt ziemlich genau den für mich „richtigen“ Trainingsbereich und versuche ernsthaft, danach zu laufen.
      LG, Anke

  5. Lass dich nicht unterkriegen. Das ist leicht gesagt, denn mir gehts seit knapp 10 Monaten ähnlich wie dir. Immer wieder ist irgendwas.

    Daher hoffe ich doch sehr, dass du aus der Leistungsdiagnostik das richtige Ergebnis für dich und dein Laufen ziehen kannst und nicht wie ich, der von einer Verletzung in die nächste stolpert, weil er die Umfänge zu früh wieder zu hoch ansetzt.

    Kürzer, dafür regelmäßig. Wenn du das machst, kommt sicherlich auch die Freude am Laufen wieder und du verbesserst dich. Setz dich nicht unter Druck, denn es muss Spaß machen. Der geht bei zuviel Druck sehr schnell verloren.

    • Hey Thomas,
      genau das war es wohl, ich habe mir zuviel Druck gemacht, weil ich immer der Meinung war, ich laufe zu langsam und müsse doch irgendwie schneller werden.
      Kürzer ist jetzt nicht des Rätsels Lösung bei mir, aber eben noch langsamer. Dafür mehr Umfänge.
      Ich hoffe, bei Dir geht es nun auch aufwärts und alles wird wieder so heil, dass Du auch wieder Spaß am Laufen hast!
      LG, Anke

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