Angekommen. – Brooks Münster City Run 2013

Standard

 

TitelVorgestern, am 07.07.2013 war es so weit:

Der Brooks-Münster-City-Run stand in meinem Kalender.

Der ominöse Lauf, den ich seit ziemlich genau sieben Wochen vor Augen hatte, und weswegen ich in den letzen Tagen dann doch ziemlich nervös war…

Entsprechend verlief auch der Tag. Die Wetter-Vorhersage hatte nicht zuviel versprochen – es war brütend heiß mit Temperaturen bis 30°C.
Bis zum Nachmittag versuchte ich mich abzulenken oder mit einem Bad zu entspannen, Mittagsschlaf fiel ebenso aus, mein Ruhepuls lag fast 20 Schläge über normal.

Meinen Rucksack mit Wechselsachen, Getränken, Forerunner und allem, was man so braucht, hatte ich schon am Samstag gepackt. Natürlich kontrollierte ich alles nochmal, ob ich auch nichts vergessen hatte.

Gegen achtzehn Uhr waren wir in Münster im Parkhaus angekommen. Es wurde schon alles für die Schülerläufe aufgebaut und leuchtete schon überall in fröhlichem Brooks-blau.

Die Startnummer war dann schnell im Innenhof des Münsteraner Rathaus abgeholt. Danach noch kurz in die Schlange vom Dixie-Klo gestellt (das ist ja auch so eine Erfahrung, die man nicht unbedingt machen muss… igitt.)
Zwischendurch immer mal noch etwas getrunken und eine halbe Banane gefuttert. Und den <3-Mann mit meiner Nervosität auf den Senkel gegangen.

Brooks Münster City Run (27)

vor dem Start

Brooks Münster City Run (13)Startnummer 314

Die Schülerläufe starteten um zehn nach sieben. Erst die Mädels, dann die Jungen über eine Strecke von 1,2 km.
Herr Kas suchte sich dann einen Platz zum Fotografieren, so dass ich die letzten Minuten vor dem Start noch für mich allein war. Ich kämpfte ein wenig mit der Technik, da der Garmin Forerunner 410 zwischen den Häusern immer wieder das GPS-Signal verlor.

Dann sah ich Sabrina (@runpanty) und gesellte mich für einen kurzen Wortwechsel zu ihr. In den wenigen Minuten vor dem Startschuss konnte ich dann noch schnell Matthias (@runherne), und André (@bluecherHROs) “Hallo” sagen, dann ging es auch schon los.

Tatsächlich machte Markus (@hr_markus) seine “Mission” wahr und war von Anfang an an meiner Seite! So ganz geglaubt hatte ich das noch immer nicht. Aber tatsächlich – er wollte sich der Herausforderung stellen, ein aufgeregtes, talentfreies Nervenbündel ins Ziel zu bringen und damit seinen langsamsten Lauf seiner Karriere erleben…
Auch Christian (@Koerb_de) schloss sich uns spontan an, und so konnten wir (zumindest als die Luft noch in der ersten Runde reichte) nett plaudern.

Nun aber der Reihe nach:

Brooks Münster City Run (43)

Die Laufstrecke war eine flache 2-km-Runde durch die Innenstadt von Münster, die fünf Mal gelaufen werden musste. Für die Zuschauer / Supporter / Fans / Fotografen total super, da sie so fünf Mal das Feld an sich vorbei kommen sahen! Aber auch für mich war es schön, jede Runde einmal nach dem Liebsten Ausschau zu halten.

In der ersten Runde war noch alles in Ordnung. Soweit konnte man noch von “run happy”, dem Brooks-Motto sprechen. Wir liefen “nach Gefühl” los, man könnte auch sagen “viel zu schnell”  mit einer Pace von 5:36 min/km auf dem ersten Kilometer.

Zwinkerndes Smiley 

Ein großer Teil der Strecke lief über Kopfsteinpflaster, was ich für meine “Wackelknöchel” sehr besorgniserregend fand. Sehr schön hingegen war der Abschnitt an der “Promenade” entlang, wo die Baumallee wohltuenden Schatten spendete und flacher Asphalt wesentlich angenehmer war.

Auch der zweite Kilometer war mit 6:46 min/km noch recht flott für meine Verhältnisse und im Plan. Aber es “lief” eben auch nur in der ersten Runde (1. offizielle Rundenzeit 13:11 min).
Angepeilt und insgeheim erhofft hatte ich eine 1:09 als Zielzeit – aber jeglichen Plan beim Laufen über den Haufen geworfen und fast kein einziges Mal mehr auf die Laufuhr geschaut.

Km 3 und 4 waren mit 6:50 und 7:27 min/km auch noch gut. (2. offizielle Rundenzeit 14:36).

Nach der zweiten Runde war dann aber anscheinend bei mir die Luft raus, und ich lief deutlich unentspannter, wohlwollend ausgedrückt. Anfangs versuchte ich noch, mich an meinen Vorsatz, nicht zu jammern zu halten, das wurde aber mit fortschreitender Strecke immer schwieriger und ich gab ihn letztendlich dann doch auf…

Es war unerträglich heiß. Mein Puls lag weit jenseits meiner gewohnten gemütlichen Trainingsläufe, auch wenn ich zwischendurch überhaupt nicht auf die Pulsanzeige schauen musste. Das merkte ich auch so.

Markus versorgte mich ganz lieb mit Wasser an der Verpflegungsstation, wovon ich in den ersten beiden Runden auch Gebrauch machte. Ich merkte dann allerdings, dass ich Seitenstechen bekam und entschied, nur noch mein Schweißband nass zu machen und mich damit unterwegs “abzukühlen”. Netter Versuch…

Km 5 mit 7:33 min/km war auch noch okay – an dieser Stelle hätte ich aber höchstwahrscheinlich aufgehört, wenn ich allein unterwegs gewesen wäre. Ernsthaft. Ab da fingen die negativen Gedanken an, die mir die zweite Hälfte des Laufes so vermiest haben.
Christian und Markus versuchten es unterdessen, mit einer mir unverständlichen Geduld, mich mit aufmunternden Worten, lieben Sprüchen und viel Zuspruch zu motivieren, nicht in Gehpausen zu verfallen. Und bereits hier war Markus’ Diagnose “Das ist nur der Kopf, Deine Beine können noch!” ohne Zweifel zutreffend!

Brooks-Muenster-City-RUN-2013_248_Sven-Zieseniss

Foto: Sven Zieseniß / Brooks.de

Die Stimmung an der Strecke war wirklich klasse, und eben auch als “Schlusslicht” oder “Schlusstern (Zitat André ;) wurde man von den Zuschauern unheimlich angefeuert.
Auf dem Bild sieht man, dass wir die ganze Zeit vom “Besenläufer” mit gelber Warnweste begleitet wurden – ihn neckten wir unterwegs, ob es für ihn nicht unheimlich anstrengend wäre, so langsam zu laufen, oder ob er etwa eine Wette verloren hätte ;)

Km 6 war mit 8:20 min/km dann jenseits von allem Plan – aber von nun an häuften sich meine Gehpausen. (Offizielle Rundenzeit der dritten Runde 16:07 min)
Das einzige, das ich wusste war unterdessen, dass ich irgendwie ankommen musste. Leider reichte mein Ehrgeiz nur für diesen Vorsatz, nicht mehr für irgendeinen Antrieb, nochmal die Zähne zusammen zu beißen und durchzulaufen.

In der vierten Runde wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass dies doch bitte die letzte sein möge, aber hier zeigte mir die km-Anzeige am Forerunner die bittere Wahrheit. Das Ziel lag noch weit entfernt… :(
Es gab eigentlich keinerlei Ausreden, die mir den Lauf so besonders schwer gemacht hätten. Noch nicht einmal eine Blase, die ich im Training regelmäßig bekam, meldete sich. Kein Zwicken (von dem kurzen Seitenstechen abgesehen, das aber auch wieder vollständig verschwand), keine Schmerzen, nix. Nur das Gefühl, der Akku sei leer.
(4. Offizielle Rundenzeit 17:25, km 7 = 7:52 und km 8 = 9:04 min/km)

Auch in der letzten Runde wurde es nicht mehr besser (km 9 = 8:21 und km 10 = 9:31 min/km).  Immerhin hatte ich nicht mehr die Sorge, die könnten inzwischen schon das Ziel abgebaut haben, denn der Besenläufer war noch bei uns und wurde von seinen Streckenposten-Kollegen immer gefragt, wie viele Runden wir denn noch laufen müssten.

Nach der letzten Kurve wollte ich nur noch ins Ziel und habe sogar noch mal die restliche Kraft für einen letzten Mini-Zielsprint zusammengekratzt. Sah dennoch eher kläglich aus, daher erspare ich mir und Euch an dieser Stelle auch die Bilder von meinem Zieleinlauf…

Im Zielkanal, in dem schon alle anderen entspannt ihr Ziel-Bierchen schlürften, hatte ich ersteinmal das Gefühl, ich müsste einem der schon aufräumenden Helfer den Müllsack entreißen, um… naja ihr wisst schon… ;) Aber auch hier noch einmal das letzte Quentchen Würde behalten und noch etliche Meter weiter gegangen, um den Puls (im Ziel Maximum 186 bpm) wieder herunter zu bekommen.

Auf der Uhr standen am Ende netto 1:19:11.
Keine Meisterleistung, aber angekommen.

Ich bin einfach nur froh und dankbar, dass Markus mich so lieb und aufmunternd begleitet hat. Ich allein wäre zu irgendeinem Zeitpunkt ausgestiegen und hätte mich danach 1000%ig schwarz geärgert. So ärgere ich mich zwar auch, dass ich es nicht fertig gebracht habe, die Strecke in einem passableren Tempo als im Training und ohne Gehpausen hinter mich zu bringen. Aber ich bin angekommen.

Danke Markus!

Ich überlege noch, wie ich das wieder gut machen kann, aber da lasse ich mir noch etwas einfallen!

laeufer

Anschließend haben wir uns noch ein bisschen unterhalten, Wasser und Weizenbier getrunken und ein natürlich ein Erinnerungsfoto von Christian, Sabrina, Markus und mir gemacht.
Manu (hatten wir unterwegs schon gesehen, als sie uns überrundet hat ;) und Sven traf ich dann auch noch kurz – für viel Unterhaltung war dann aber leider kaum Zeit, weil es schon recht spät war und der <3-Mann nach Hause wollte. Schließlich hatten wir noch eine Stunde Fahrtzeit einzuplanen und ich am Folgetag eine Tagung, zu der ich recht früh raus musste.

Ganz großartig und absolut überwältigend fand ich die unzähligen Kommentare, Anfeuerungen und Nachrichten von Euch über WhatsApp, Twitter oder Facebook. Ich habe vorher und insbesondere nochmal NACH dem Lauf so wahnsinnig viel Zuspruch und Gratulationen bekommen, dass ich wirklich sehr “gerührt” war. *schnief*

Soweit meine noch frischen Eindrücke vom Brooks Münster City Run. Ich werde in den nächsten Tagen vielleicht noch ein Fazit dazu schreiben – vielleicht noch einmal überlegen, was genau “nicht so ideal” war und was ich beim nächsten Mal (bzw. ob es ein nächstes Mal geben könnte…) anders machen könnte / sollte.
Nur eine Sache verrate ich Euch schonmal vorab: Ich habe heute (Dienstag) einen mordsmäßigen Muskelkater in den Oberschenkeln!!!

Smiley

Interessiert es Euch, ob und wie es weiter geht?

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  1. Boah, was für ein Kampf! Und Du hast ihn gewonnen! Das zählt – und dazu gratuliere ich Dir ganz herzlich! Schön, dass Du so viel Unterstützung hattest. Und auch schön, dass Du uns so nah hast teilhaben lassen!

  2. Auch der/die Letzte im Rennen ist weit vor denjenigen, die auf der Couch rumlümmeln!!! In diesem Sinne Glückwunsch zum Finish und weiter so! Beim nächsten Mal wirds sicher entspannter! Mein erster Wettkampf war auch eine mittlere Katastrophe, aber das WIchtigste ist, dass du nicht aufgegeben hast.

  3. Gratulation zum Finish, Anke!

    Wichtig war dass du durchgezogen hast. Das ist gut für den Kopf!
    Ich stand bei einem Marathon (ebenfalls in Münster) mal vor einer ähnlichen Situation. Nach 20 Kilometern hatte ich einfach keine Lust mehr.
    Sich dann noch einmal aufzuraffen (wenn es einem ansonsten noch ganz gut geht) und das Ding bis zum Ende durchzuziehen ist dann wichtig. Da kann man lange von zehren.
    Und wie du selbst sagst: du hättest dich schwarz geärgert wenn du ausgestiegen wärst.
    Das war ein kleiner Triumph deines Willens (auch wenn er von außen etwas gepusht wurde).
    *Daumen hoch*

  4. Juhu! Glückwunsch zum finish! Toll, dass Du trotz den negativen Gedanken durchgehalten hast. Ich weiß wie schwer das ist, mir ging es oft auch so und die Motivation von einem Mitläufer hätte ich mir da oft gewünscht. Und als Letzte ins Ziel zu kommen finde ich persönlich auch nicht so negativ (ich kann da ein Lied von singen :-) ), denn wichtiger ist verletzungsfrei und gesund ins Ziel anzukommen (gerade bei diesen Temperaturen). Und Du weißt ja: Das Beste kommt zum Schluss! ;-)

  5. Yesssssssssssss!!! Durchgehalten und angekommen. Und NUR darauf kommt es doch an! Ein toller Bericht, den ich richtig mitgefiebert habe – bitte bitte mehr davon!
    Viele Grüße,
    Thomas

  6. Super, herzlichen Glückwunsch! Du darfst stolz auf Dich sein, denn Du hast gefinisht! Egal in welcher Zeit! Und es war nun einmal sehr warm – auch ich hatte mit der Hitze zu kämpfen und schon in der ersten Runde nicht mehr soviel Lust :-) Schön, dass wir uns in Münster gesehen haben!

  7. Pingback: Brooks ComeTogether & Münster City Run | Lennetaler

  8. Nicht schnell, nein, aber was zählt ist doch die Leidenschaft. Und die hast Du manch anderem Läufer vorraus. Denen, die auf der Couch liegen, sowieso.

    Gut gemacht!!!

    Grüße vom -timekiller-

  9. Pingback: Zwischen Lauffrust und Leistungsdiagnostik | Allerlei aus Ankes Alltag...

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