Erinnerungen an Paul und Luna

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Die Geschichte von Paul und Luna begann 2003. Nachdem mein Mann und ich 2002 in eine Wohnung mit kleinem Garten gezogen waren, hatte ich mir überlegt, dort draußen Kaninchen zu halten.

2003 zogen zwei Löwenkopf-Zwergkaninchen bei uns ein. Paul (der blau-graue) und Luna (die rötliche). Paul wurde ganz schnell frühkastriert, damit es auch nur diese beiden bleiben würden. Unter unserem Balkon entstand ein Außengehege mit Auslauf auf den Rasen. So kaninchengerecht wie möglich, zwar nicht riesengroß, aber viel mehr Platz als in einem mini-Käfig in manchem Kinderzimmer.

Paul war ein richtiger Schmuser. Wenn man ihn streichelte, legte er sich immer flach auf den Boden und genoss die Streicheleinheiten sichtlich. Luna hingegen ließ sich gar nicht anfassen. Sie einzufangen, war immer ein Akt. Sie knurrte und fauchte dabei wie eine Katze. Zwei völlig unterschiedliche Charaktere also. Immer fröhlich, nie krank, hatten sie eine schöne Zeit bei uns daheim.

Wenn wir in den Urlaub fuhren, wollte ich ihnen ja nicht zumuten, in einem Käfig in einer Wohnung irgendwo in Pflege auf uns zu warten. Also musste im Sommer immer eine Lösung her. Für ein paar Tage kümmerten sich meine Eltern immer sehr gern um die beiden hier bei uns, aber für längere Zeit war es ihnen einfach eine zu große Verantwortung… Also verlebten Paul und Luna auch immer Urlaub im “Hasenhotel”. Ja, so etwas gibt es! Dort lebten sie in einem Außengehege mit viel Platz, so wie sie es immer gewohnt waren.

Die beiden waren besser als fernsehen. Ich konnte ihnen stundenlang zusehen, einfach weil sie immer lustige Sachen machten. Rumtobten, Haken schlugen, miteinander schmusten oder zankten, Gras mümmelten…

Der einzige Nachteil, der sich mit unserem Außengehege nach einiger Zeit einstellte, waren Mäuse. An diese kleinen flitzenden Mäuschen konnte ich mit mit der Zeit gewöhnen. Sie freuten sich halt auch, durch die Gitterstäbe in den warmen Stall und ans Kaninchenfutter zu gelangen. Aber als dann auf einmal auch eine Ratte hier herzog und die gleichen Vorteile genießen wollte, wurde es doch zu einem Problem. Wir wohnen in einer Eigentümergemeinschaft, und bisher hatte sich noch nie jemand über unsere Mitbewohner beschwert. Ratten wären da aber wohl etwas anderes…

Also überlegte ich, was wir dagegen unternehmen könnten. Kurzfristigen Erfolg gegen die Ratte hatten wir ja, aber langfristig hätte sich sicherlich nicht viel verändert.

Wie es der Zufall so wollte, erzählte mir meine liebe Arbeitskollegin eines Tages, dass sie in ihrem Garten ein großes Gehege bauen wollte, um dort Kaninchen und Meerschweinchen aufzunehmen. Wir kamen ins Gespräch, und mir die Idee, dass unsere beiden dort noch viel mehr Platz und mehr Kaninchengesellschaft hätten, als bei uns. Ein noch schöneres Zuhause als hier!

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Am 30.06.2007 zogen sie bei meiner Arbeitskollegin ein und fanden ein absolut tolles neues und noch größeres Gehege und eine liebevolle neue Familie vor. Der Abschiedsschmerz war zwar groß, aber nicht von allzu langer Dauer, da ich wusste, dass sie es dort absolut gut haben würden, und dass es die richtige Entscheidung gewesen war.

Ich hörte von meiner Kollegen auch immer noch, wie es den beiden ging, was sie für Streiche ausheckten (z.B. den halben Garten zu untertunneln) oder wie sie sich mit den anderen Kaninchen oder Meerschweinchen verstanden…
Vielen Dank noch einmal, dass du ihnen ein so tolles Zuhause gegeben hast!!!
(falls sie das hier liest ;-)

Sie hatten dort noch einmal ein wahnsinnig tolles Kaninchenleben, sofern ich das beurteilen kann. Vor ungefähr einem Jahr ist Paul dann nicht mehr aus seinem Tunnel heraus gekommen und hat dort seinen Frieden gefunden. Vor kurzem ist Luna ihm gefolgt und ebenfalls gestorben. Mit fast acht Jahren ist das vollkommen okay, auch wenn ich trotzdem ziemlich traurig nach der Nachricht war und auch beim Schreiben wieder bin…

Hier ein paar Erinnerungsfotos:

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Hier noch ein paar Dinge zur Kaninchenhaltung, die mir ganz wichtig sind. Damit versuche ich immer, Kaninchenhalter zu “missionieren”, wenn sie anderer Auffassung sind als ich:

  • Kaninchen gehören in eine Gruppe!
    Niemals einzeln halten, mindestens zu zweit – besser in einer größeren Gruppe!
  • Kaninchen brauchen viel Freiraum!
    Ein großes Außengehege mit Platz zum Toben und buddeln ist kaninchengerecht. Ein handelsüblicher Käfig in einem Kinderzimmer ist es niemals!
  • Trockenfutter ist wie Schokolade!
    Heu ist das wichtigste, dazu Frischfutter. Trockengedöns und Leckerlis machen Kaninchen nur fett und krank.
  • Kaninchen sind kein Spielzeug!
    Zu behaupten, Kaninchen seien ideale Tiere für Kinder kann ich nicht bestätigen. Sie haben ihren eigenen Kopf, wollen lieber mit Artgenossen kuscheln und haben sehr spezielle Bedürfnisse.
  • Vor der Anschaffung eines Kaninchens (ach was – egal von welchem Lebewesen) immer ausgiebig informieren!
    Erst dann entscheiden, ob man alle Anforderungen an eine artgerechte Haltung auch erfüllen kann!

 

    – ohne Worte –
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  1. Das waren schon süße Stinker die ganz sicher ein schönes Leben gehabt haben.

    Du hast eine ganz tolle Einstellung zur Tierhaltung. Dir würde ich jederzeit ein Tier anvertrauen weil ich genau weiß wie sehr du dich vorher drauf vorbereiten würdet.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt!

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