iphone – Jagd: Wie wird sie ausgehen? (Teil 3)

Standard

Wer die letzten Blogeinträge in Windows-Live von mir verfolgt hat, wird wissen dass ich auf der Jagd nach einem neumodischen Schnickschnack-Telefon (einem iphone) war. Bei eBay hatte ich dann endlich eins zu einem akzeptablen Preis ersteigert und freute mich wie eine Schneekönigin auf die Lieferung…

Inzwischen ist der Kauf mehr als zwei Wochen her (24. Juni) und ich habe immer noch kein iphone. 
Erst hieß es, die Sendung würde Montags rausgehen. Das wäre der 29. Juni gewesen. Dann hieß es, sie sei am Mittwoch versandt und Donnerstag von Hermes abgeholt worden. (2. Juli)

Inzwischen hatte mich ein netter Herr P. aus Frankfurt angemailt, der ebenfalls ein iphone bei dem gleichen eBay-Verkäufer ersteigert hatte und genau wie ich besorgt über die Sperrung und die verzögerte Lieferung war. Zunächst hatte ich mich gewundert, woher er denn wohl meine eMail-Adresse hatte, denn über eBay kann man so etwas eigentlich nicht herausfinden. Das klärte sich aber schnell, denn der Verkäufer hatte offensichtlich eine meiner Nachfrage-Mails an Herrn P. weitergeleitet. Für mich waren die Mails eines “Leidensgenossen” irgendwie tröstlich, denn so blieben wir in Kontakt und stellten immer wieder fest, dass wir haargenau die selben Mails bekommen hatten.

Nach der letzten Mail des Verkäufers sollten wir uns am Dienstag (7. Juli) melden, ob alles geklappt habe. Da war ich noch ganz zuversichtlich, denn schließlich braucht Hermes nur ca. 2-3 Werktage für die Zustellung. Als aber am Montag und dann auch am Dienstag keine Benachrichtigung im Briefkasten auftauchte, schwand meine Zuversicht zusehends dahin.
Auch Herr P. reagierte sehr verärgert und stellte dem Verkäufer ein letztes Ultimatum, das ich als Blindkopie zugemailt bekam. Mittlerweile war auch meine Geduld am Ende, und ich rief die Paypal-Seite auf, um einen Antrag auf Käuferschutz zu stellen. Dem Verkäufer schrieb ich, dass ich eine umgehende Lieferung oder eine sofortige Rückzahlung meines Kaufbetrages erwarte und dass ich den Käuferschutzantrag gestellt habe.

EBay wirbt mit diesem Käuferschutzprogramm, das für alle eBay-Auktionen gilt, die mit PayPal abgewickelt wurden. Jetzt wird sich zeigen, ob das auch alles so einfach und unkompliziert abläuft, wie eBay es bewirbt:

”PayPal ist die von uns empfohlene Zahlungsmethode auf eBay, weil Ihre Einkäufe auf eBay in unbegrenzter Höhe abgesichert sind, wenn Sie mit PayPal bezahlen. Der PayPal-Käuferschutz greift, wenn ein Verkäufer einen Artikel nicht oder erheblich von der Artikelbeschreibung abweichend liefern sollte.”

Bei PayPal ist das Verfahren so angelegt, dass man zunächst einen Konflikt meldet, in diesem Fall dass ein eBay-Verkäufer einen Artikel nicht geliefert hat. Alle Mails zwischen den Parteien werden nun über PayPal abgewickelt. Ich hängte den bisherigen Mailverkehr mit an das Formular, um schonmal die bisherigen Mails zu dokumentieren. Auch an dieser Stelle schrieb ich eine “letzte Mahnung”.
Nach der Meldung eines Konfliktes hat man zwanzig Tage Zeit, einen Antrag auf Käuferschutz zu stellen und PayPal über den Ausgang des Falls entscheiden zu lassen. Wann man diesen Antrag innerhalb dieser Frist stellt, ist dabei egal.

Ein paar Minuten nach meiner Meldung an PayPal kam eine Mail zurück (nicht über PayPal) dass die Sendung definitiv rausgegangen sei und ich die Nummer der Sendungsverfolgung am nächsten Tag bekomme.
Mittwochmittag hatte ich dann eine Mail von Herrn P. mit seiner Sendungsverfolgungsnummer im Postfach. Er freute sich, dass die Sendung offensichtlich doch unterwegs sei. Bei meiner Sendungsnummer stand lediglich meine Postleitzahl und zum Lieferstatus “Hier finden Sie in Kürze aktuelle Infos”. Das sagte mir irgendwie, dass Hermes das Paket noch gar nicht in die Hände bekommen hatte, denn sonst hätte meines Wissens dort eine Information zum aktuellen Lieferstatus gestanden. Diesbezüglich fragte ich bei Hermes per Mail nach (bis jetzt noch ohne Antwort), ob meine Vermutung so zutreffen könnte.

Bis heute schaute ich mehrmals täglich auf den Status der Sendungsverfolgung, ohne dass sich dort etwas tat. Heute Mittag gab es dann eine neue Wendung. Der Geschäftsführer der Firma, die das iphone verkauft, schrieb mir diese eMail:

“Sehr geehrter Kunde,
ich muss mich vielmals entschuldigen. Sie haben Ware bei uns bestellt und keine Lieferung erhalten. Ihr Geld ist bereits seit über 2 Wochen auf meinem Geschäftskonto eingegangen.
Herrn xxx trifft hier keine Schuld. Ich selbst habe ihm gesagt die Ware ist versendet und habe ihm die Hermes Versandbelege gesendet. Anschließend konnte er mich nicht mehr erreichen. Herr xxx arbeitet 490 Km weit weg von mir als Vertreter unserer Firma. Die Ware lagert hier in Itzehoe vor Ort. Herr xxx hatte also gar keinen Einfluss auf die verzögerte Lieferung.
Ich habe die Ware bereits verpackt und wollte diese versenden. Auf Grund eines dringenden Auslandsaufenthaltes musste ich überstürzt abreisen und habe die Ware schlicht vergessen wegzusenden.
Ich bin erst heute wieder gekommen und werde mich umgehend um den Versand bemühen. Ich möchte mich nochmal vielmals für dieses Geschäftsgebaren entschuldigen.
Mit freundlichen Grüßen…”

Was ich jetzt davon halten soll, weiß ich noch nicht so recht. Genauso ging es Herrn P., der wieder die gleiche Nachricht bekommen hatte. Ist das wieder eine Hinhaltetaktik oder eine ernstgemeinte Entschuldigung für einen Fehler, der theoretisch so passiert sein könnte?
Was mir aber ziemlich schnell klar wurde ist, dass der Mensch (zumindest ICH) offensichtlich dazu neigt, zu hoffen… Jedenfalls antwortete ich darauf immernoch skeptisch, dass ich Verständnis für Fehler hätte, nun aber erwarte, dass das iphone per Express geliefert wird. Darauf habe ich jetzt noch keine Antwort. Wenn alles gut läuft, was ich immer noch hoffen möchte, könnte ich mein neues Spielzeug morgen in den Händen halten.

Fest vorgenommen habe ich mir aber auf jeden Fall, dass ich das Paket nur mit Zeugen öffne. Am besten den Versandboten bitte, kurz dabei zu bleiben, wenn ich es aufmache. Das Quentchen Pessimismus in mir befürchtet nämlich dann noch, dass in dem Paket nur Blumenerde oder Toilettenpapier drin ist. Und was ist dann?

Was meint Ihr, bin ich einem Internetbetrug auf den Leim gegangen? Muss ich meinem Geld noch hinterherlaufen? Wickelt PayPal wirklich solche Fälle so problemlos ab wie beschrieben? Oder kommt mein iphone doch noch?

Gestern sagte mein Kollege übrigens ganz trocken zu mir
“Ein iphone??? Das ist ja wirklich nur was für Mädchen…!” ;-)
(Er meint, welcher Mann brauche schon ein Telefon, das einem den Weg zum nächsten H&M oder zurück zum geparkten Auto zeigt…)

Freitag, 10. Juli 2009

Advertisements

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du einen Kommentar hinterlässt!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s